Top of the earth
Written by Andy SignerUnsere Reisegruppe trafen wir am Flughafen Singapur. Matt, Marco und Guzz kamen direkt aus der Schweiz. Leider trafen wir uns nicht wie geplant in Bangkok - aber immerhin waren wir auf dem Weg nach Nepal. Die Reise war richtig angenehm: Ein Platz beim Notausgang, ‘one for the sky’ und ein Flug der nicht allzulange dauerte. Guzz hatte Zimmer im Kathmandu Guesthouse reserviert (John, Paul, George und Ringo waren auch schon da) - eine kleine Oase der Ruhe inmitten der vibrierenden Hauptstadt. Unsere Mission, rum lauf und guck, haben wir mit Bravour gemeistert. Die drei Jungs hatten noch ein Problemchen mit Ihrem Rückflug nach Thailand. Also ab zur ThaiAir Filiale. Diese war wie erwartet, von einer Flut Reisender überschwemmt. Zu unserem erstaunen entdeckten wir Migi in der Menschenmenge. So kam es, das wir ein paar feuchtfröhliche Schweizerabende in Kathmandu feierten.

Nun wollten wir natürlich nicht nur feiern, in Nepal muss natürlich auch gewandert werden. Mit unserem Führer Songram und einem Jeep machten wir uns auf den Weg nach Sybru Bensi - dem Startpunkt für den Lang Tang und den Gosaikunda Trek. Acht Stunden über zum Teil höchst unerfreuliche Strassen. Aber wir waren ja nicht zum Spass hier. Am Tag darauf wanderten wir los. Hoch und runter und wieder hoch. Tiefer und weiter in das schmale Tal hinein. Beim ersten Stop meinte Songram, dass einige der Herren wohl ein bisschen zuviel Gepäck fuer den Trek dabei haben. Und so wurden ein paar Kilo Ballast im ersten Teehaus zurückgelassen.
Nach acht Stunden Marsch erreichten wir das erste Teehaus zum Übernachten. Nach kurzem Handeln (eigentlich kein Handeln) wurde der Preis für die Übernachtung auf 0 (null) Rupie festgelegt (dies wurde der Standardpreis für alle Übernachtungen auf dem Trek), mit dem Versprechen, dass wir auch da essen und trinken werden. Nicht in der Hochsaison zu reisen hat auch seine Vorteile. Am naechsten Tat ging es weiter (und hoeher). Auch an diesem Tag stand wieder ein langer Marsch auf dem Programm und bei mir meldeten sich die ersten Blasen - wohl kein allzugutes Zeichen. Compeed drüber und gut ist. Die richtige Kleidung zu finden ist ein anderer Knackpunkt. Die Temperatur ist im Schatten um den Gefrierpunkt, in der Sonne sind die Temperaturen schnell wieder sommerlich.
Nichtsdestotrotz erreichten wir auch das zweite Teehaus fuer die naechste Nacht. Peaceful Lodge, machte ihrem Namen alle Ehren. Guzz musste sich leider früh mit Fieber ins Bett begeben und blieb dort auch den nächsten Tag während wir weiter zogen. Vorbei an Gebetsmühlen (natürlich immer linksherum) über kleine Flüsschen und grosse Haengebrücken. Zur Linken, hohe schneebedeckte Bergspitzen und Gletscher, zur Rechten eine unendliche Steilwand. Dann wieder eine kleine Herde Yaks und zwischendurch trifft man wieder ein paar Träger, welche in Flipflops 80kg oder mehr den Berg hinauf schleppen (die glücklicheren unter Ihnen tragen nur zwei oder drei Rucksäcke von Touristen).
Nach ein paar Stunden ist auch dieser Abschnitt geschafft und wir erreichen das höchste Teehaus im Lang Tang Tal (3900m). Marina und Matt können es nicht lassen und müssen noch kurz zum Gletscher - Chapeau! Am nächsten Tag wollen die M^3 Gipfelstürmer die 5000m Marke sprengen. Machen sie auch - ohne mich. Ich spring zurück zur Peaceful Lodge um zu sehen wie es Guzz geht. Er ist wieder einiger massen fit und so steigen wir zusammen wieder hoch. Marina, Matt und Marco sind bereits zurück von Ihrem Höhenflug. Man sah, dass es anstrengend war. Zur Belohnung gab es genügend Käse.
Soweit so gut. Inzwischen hatte ich hinten und vorne Blasen an den Füssen. Meine Stimmung war ein wenig getrübt. Am nächsten Tag machten wir einen Monsterabstieg bis auf 2400m. Jeder Schritt schmerzte. Unten angekommen sah ich Marina’s Füsse - meine Schmerz waren wie verflogen. Massivste Blasen und zwei Zehennägel waren aus ihrem Bett gehoben. Somit war der Trek für uns beide vorbei. Matt, Guzz und Marco hatten wohl bessere Schuhe dabei als wir. So zogen Sie weiter für den Gosaikunda Trek. Wir mussten irgendwie zurück ins Tal. Glücklicherweise hatte Guzz ein Paar Sandalen, welche er Marina überliess. Dadurch wurde der Abstieg für Sie einigermassen erträglich.
Natürlich hatten wir versprochen, dass wir das überflüssige Gepäck zurück nach Kathmandu nehmen werden. Im Bild auf der linken Seite kann man den Roten Reis Sack mit einem Teil des Gepäcks klar und deutlich erkennen. Interessant war auch, dass die Rucksäcke der beiden Herren nach der Entrümpelungsaktion noch immer ziemlich schwer gewesen waren. Marina wurde jedenfalls von den Einheimischen anerkennend betrachtet. Ein Sack Reis wiegt immerhin 30kg und selten wurde ein Tourist mit soviel Gepäck auf den eigenen Schultern in Nepal gesichtet.
Zurück in Sybru Bensi organisierten wir uns ein Busticket für den nächsten Tag zurück nach Kathmandu. Da es im Bus nur noch Platz für eine Person hatte, kauften wir nur ein Ticket. Der Verkäufer versicherte mir, dass ich einfach auf dem Dach mitfahren könne - was ich auch konnte. Die Busreise dauerte 13 Stunden. 13 Stunden im oder auf dem Bus ist eine lange Zeite. Auf dem Bus schmerzt das Hinterteil nach einer halben Stunde. Im Bus ist es eng und stickig und die reisekranken Einheimischen, welche im Bus rückwärts Essen, verbessern das Klima auch nicht gerade. Dennoch erreichten wir Kathmandu ohne grössere Probleme.
Die 3 Jungs kamen, zwei Tage nach uns vom Trek zurück und Matt war am nächsten Tag bereits in Bangkok (der Flughafen war zum Glück wieder geöffnet). Der Rest von uns machten noch einen Ausflug nach Pokarah. Ein schönes Städtchen an einem See mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Fish Tail, wie das vielleicht bessere (auf jedenfall höhere), Matterhorn gennant wird. Schön sind die Berge, aber nach drei Wochen Nepal sehnte ich mich wieder nach dem Meer.







